Geopark 2014

Liebe Freunde des GeoParks Nordisches Steinreich,

am Anfang sind es oft nur wenige, die voraus gehen, einen Stein ins Rollen bringen und Veränderung möglich machen (aus der Neujahrsansprache von Angela Merkel).

Als wir im Oktober 2011 den GeoPark Nordisches Steinreich gegründet haben, konnten wir noch nicht absehen, wie er sich entwickeln würde. Jetzt im Rückblick auf das Jahr 2013 bin ich überrascht, über eine Entwicklung, die deutlich anders war, als ursprünglich geplant. Anstatt einer öffentlichen Finanzierung dieses engagierten Projektes der Natur- und Umweltbildung, sind wir zu einem GeoPark geworden, der seine Veranstaltungen überwiegend aus Eintrittsgeldern finanziert. Und die Zahl der GeoPark-Veranstaltungen ist 2013 enorm groß geworden. Mit 70 Veranstaltungen haben wir 2013 weit mehr gemacht als zuvor. Auch das Gebiet, in dem wir diese Veranstaltungen anbieten konnten hat sich schneller vergrößert als man gedacht hätte. Neben dem Kerngebiet, bieten wir jetzt auch regelmäßige Veranstaltungen im Raum Lübeck und Segeberg an. Dies wurde möglich durch die Unterstützung von zwei weiteren Geowissenschaftlern. Und auch die Kooperationen mit Anderen haben sich entwickelt. Neben der Cemex, die uns ihre Kieswerke öffnet, dem Steinmetzbetrieb Udo Oppl aus Güster und dem Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf, hat sich die Kooperation mit dem Naturpark Lauenburgische Seen derart intensiviert, dass wir nun die Naturparkscheune in Hollenbek exklusiv für unsere Schulangebote nutzen können. Auch bei der Zusammenarbeit mit dem Uhlenkolk in Mölln und dem Naturkundemuseum in Lübeck gab es große Fortschritte. Zusammen mit dem Himbeer und Spargelhof Lödings in Buchholz haben wir einen Klopfplatz in Buchholz aufgebaut. Zusammen mit dem Förderkreis Kulturdenkmal Stecknitzfahrt e.V und Schiff und Boot Morgenroth haben wir dieses Jahr erstmals eine Bootsfahrt zum Thema Stecknitzfahrt anbieten können, die so gut besucht war, dass wir gleich eine Wiederholung anbieten mussten, die dann auch fast ausgebucht war. In Lübeck hat die Lübeck Tourismus GmbH das Potential erkannt und bewirbt unsere Veranstaltungen im Raum Lübeck. Ebenfalls bekommen wir Werbeunterstützung vom Erlebnisscafe Herrmannshöhe, das Veranstaltungsplakate von uns aushängt und so an einem gut besuchten Ort auf die Exkursionen ans Brodtener Ufer hinweist. In Segeberg gibt es jetzt eine enge Zusammenarbeit mit Noctalis, die uns den Zugang zur Anhydrithöhle (die Segeberger nennen sie Kalkberghöhle) ermöglicht. Und nicht zuletzt möchte ich den Workshop Geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit erwähnen, den in 2013 der GeoPark Nordisches Steinreich im Ratzeburger Herrenhaus ausgerichtet hat und zu der Vetreter geowissenschaftlicher Institutionen und Museen aus ganz Deutschland kamen. Zusätzlich zur jährlichen „Mineralien Hamburg“ war der GeoPark Nordisches Steinreich dieses Jahr auch zusammen mit den nationalen GeoParks auf dem Deutschen Geographentag. Weiterhin war der GeoPark Nordisches Steinreich bei der Tagung „Vom Weltraum zum Erdinneren“ in Berlin und bei der jährlichen Geotop-Tagung präsent. Die Zusammenarbeit mit den entsprechenden geowissenschaftlichen Netzwerken, wie der Geounion Alfred Wegener Stiftung, dem Netzwerk „Tag der Steine in der Stadt“ und dem Netzwerk „Tag des Geotops“ der Deutschen Geologischen Gesellschaft konnte intensiviert werden.

Natürlich gab es auch Rückschritte. So kommen wir in diesem Jahr nicht mehr in die Kiesgrube Groß Pampau. Waren wir im letzten Jahr noch wenige Wochen bevor der neue Wal gefunden wurde genau an der Stelle mit 80 Teilnehmern unterwegs, so werden wir in diesem Jahr zum Tag des Geotops uns einen anderen Ort suchen müssen. Und das zweite berühmte Geotop im Lauenburgischen ist leider nicht mehr sehenswert, da fast vollständig verschwunden, der Segrahner Berg. Ehemals ein Nunatak mit schöner dynamischer Schichtung, Steilhangzertalung usw.. Es ist traurig, wie wir mit dem Erbe der unbelebten Natur umgehen. Wären es Baudenkmäler oder ein Teil der belebten Natur, so würden sie unter Schutz gestellt. Für die unbelebte Natur gibt es in Schleswig-Holstein leider keinen Schutz.

Und so aktiv wie wir im letzten Jahr waren, werden wir auch in diesem Jahr sein. Zur Zeit erstellen wir den vorläufigen Veranstaltungskalender und planen die nächsten Exkursionen und Seminare. Eines der ersten Highlights ist dabei die GeoPark Reise zum Jurassic Coast vom 9.-15. März an die englische Südküste, die durch den Golfstrom zu dieser Zeit schon warm ist. Natürlich wird es auch wieder Schnupper- und Fachexkursionen zu den verschiedensten Orten geben. Zweedorf, Lüttow, Bark und Tensfeld werden mit Sicherheit wieder dabei sein. Auch das Brodtener und das Klützer Steilufer, der Segeberger Kalkberg und Kücknitz werden genau so wieder dabei sein, wie der Tag der Steine in der Stadt mit Rechtglaub und Wolf und der Tag des Geotops.

Ein wichtiger Stützpfeiler für den GeoPark Nordisches Steinreich ist der Förderverein GeoPark Nordisches Steinreich e.V., durch dessen Beiträge wir in diesem Jahr wieder die Eintrittsgelder zu den Schnupperexkursionen niedrig halten konnten. Darüber hinaus bietet der Verein eine versicherungstechnische Absicherung für Exkursionsleiter und Praktikanten, die hierfür keine eigene Versicherung haben. Damit dieser Förderverein in diesem Jahr wachsen kann ist der neue GeoPark Flyer auch um einen Hinweis auf den Förderverein erweitert worden. Ich würde mich freuen, wenn Sie uns bei der Suche nach weiteren Förderern unterstützen.

Ich freue mich auf die neue Saison und darauf, Sie bei der ein oder anderen Veranstaltung wieder begrüßen zu können.

Mit herzlichen Grüßen
Kerstin Pfeiffer


Dipl.-Geol. Kerstin Pfeiffer

GEO|BÜRO K.Pfeiffer
GeoPark Nordisches Steinreich
Grotn Felln 11
23899 Kehrsen
Tel.: 04547 159 315