25 Jahre Grenzöffnung in Mustin

Bewegende Feier im Dorfgemeinschaftshaus

Bürgermeister Bernhard Reis war gut gelaunt an diesem Abend. Kein Wunder, denn mehr als 80 Gäste waren der öffentlichen Einladung zu diesem einmaligen Fest am Vorabend des Feiertages zur Deutschen Einheit gefolgt.

Und fast alle waren der Bitte nachgekommen, einen Beitrag zum Ost–West-Buffet zu leisten. So reihten sich schließlich über viele Meter kulinarische Köstlichkeiten aneinander – auch für Vegetarier und Veganer gab es ausreichend Angebote. Das Buffet war sorgfältig deklariert und natürlich wurde auch für verschiedenste Getränke ausreichend gesorgt.

Das Gemeinschaftshaus war liebevoll und aufwändig dekoriert. Neben der in den Farben schwarz–rot–gold gehaltenen Tischdekoration fanden sich an den Wänden grüne und rote Ampelmännchen und Girlanden. Die Bühne war mit ebensolchen Flatterbändchen geschmückt und selbst eine Gitarre ließ die Farben der deutschen Einheit erkennen.

Als Dieter Schmidt dann seinen Filmbericht über die langen Jahre der Grenze, die Öffnung in Mustin im Jahr 1989 und schließlich über deren Rückbau ab 1990 zeigte, wurde es emotional. Vereinzelt gab es Tränen der Erschütterung über die Zeit der Trennung, aber auch aus Freude über die neue Gemeinsamkeit.

Viele Besucher blieben noch lange nach dem Film, um in Gesprächen die eigenen Erinnerungen an diese Zeiten auszutauschen.

Dass dieser Abend so viele bunte und lebendige Momente bieten konnte, war auch dem Engagement von Gesine Biller zu verdanken. Denn sie hatte die Aufgabe, einen Chor zur musikalischen Begleitung dieser Feier zu organisieren – ein guter Griff von der Gemeinde: Angemessen nachdenklich, aber auch pointiert musikalisch präsentierte sie das Rahmenprogramm. Die Musiker hatten sich dafür richtig in Schale geworfen – im Look der späten Achtziger. Später berichtete Gesine Biller von ihren persönlichen Erinnerungen an die Grenzöffnung, die sie zusammen mit ihrem damals zweijährigen Sohn sehr intensiv miterlebt hatte.

Beim Abschlusslied des Abends, „Über 7 Brücken“, ein damaliger Hit in Ost und West, reihten sich die Gäste stimmlich ein und freuten sich gemeinsam, dass in Mustin eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart gemeinsam gegangen werden konnte. thb

Foto04neu Foto: Heinz Winter

Gesine Biller verteilt Klementinen an die Gäste. Vorne rechts: Filmemacher Dieter Schmidt